Abzocke im Web

Sonntag, 11.05.2008 von Benjamin | Eingestellt in Reisenews, Reisetipps

Die Europäische Union warnt vor vermeindlichen Lockangeboten im Internet. Einige Airlines täuschen damit bewusst Kunden. Laut der EU seien ungefähr ein Drittel der Onlineauftriite von Fluggesellschaften und Reiseportalen illegal. In einer Untersuchung von 400 Websites in 13 europäischen Ländern wurde aufgedeckt dass bei einer vielzahl von Angeboten die versteckten Kosten wie Kerosinzuschläge, Flughafengebühren oder Steuern nicht enthalten sind.  Ein weiteres Problem sei, dass die so oft beworbenen Billigflugplätze nicht verfügbar sind.  Laut Verbraucherschützern ist es nicht hinnehmbar, dass ein Drittel der Kunden die Online Ihre Flüge buchen abgezockt werden!

An der aktuellen Analyse beteiligte sich Deutschland allerdings nicht. Als die EU-Kommission ihre Untersuchung im September 2007 startete, fehlte es im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nach eigenen Angaben an Personal. Ursprünglich sollten die Übeltäter in einer schwarzen Liste veröffentlicht, und besagte Internetseiten gesperrt werden. Die meisten Behörden der betroffenen Länder verweigerten aber die Bekanntmachtung der Namen. Als Begründung dafür hieß es, das durch laufende Verfahren eine Veröffentlichung nicht möglich sei. Die EU darf die Liste nicht gegen Willen der Mitgliedsstaaten veröffentlichen.

Abgesehen vom Nicht-EU-Staat Norwegen veröffentlicht darum am Donnerstag nur Schweden eine schwarze Liste. Dabei kommt Ryanair besonders schlecht weg. Die Airline wird wegen Ihrer teuren Zusatzangebote, die der Kunde nur mit einem Aufwand wegklicken könnte stark kritisiert.  In Norwegen hat Ryanair beim Online-Ticketverkauf eine “bevorzugte Behandlung beim Einstieg” voreingestellt, die umgerechnet 6,35 Euro extra kostet.

Auch deutsche Verbraucherschützer beklagen sei einiger Zeit solche Praktiken der Billigfluggesellschaften. Die Bundes Verbraucherzentrale vermahnte oder verklagte in den letzten zwei Jahren mehr als 20 Airlines wegen unerlaubter Täuschungen.  Unter diesen Massnahmen traff nicht nur Billigfluggesellschaften sonder auch renomierte Unternehmen wie Lufthansa, KLM oder British Airways.

Momentan vermutet die EU Kommission das nur rund die Hälfte Ihre unerlaubten Methoden abgestellt haben. In einer zweiten Untersuchung die im Juni beginnt, werden voraussichtlich alle 27 EU Mitgliedsstaaten teilnehmen. Die Ergebnisse sollen dann auch veröffentlicht werden.

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