Die sichersten Reiseländer 2010

Sonntag, 28.02.2010 von Benjamin | Eingestellt in Reisenews, Reisetipps, Tourismus

Wer hätte es gedacht das Athen ein unsichereres Reiseziel als Kasachstan ist, Burma ungefährlicher als Thailand.

Zu diesen Ergebnissen kommt die „RiskMap 2010“ der sichersten Reiseländer der Welt.

Die auf Hunderttausenden Daten und Informationen zur jeweiligen Sicherheitslage in den einzelnen Ländern basierende Studie untersucht weltweit die Risiken für Geschäftsreisende und im Ausland lebende Mitarbeiter internationaler Firmen. Sie gibt aber auch normalen Reisenden wichtige Aufschlüsse bezüglich der zu erwartenden Sicherheitslage vor Ort.

Die „RiskMap” klassifiziert alle Länder weltweit in fünf Risikostufen: unerheblich, niedrig, mittel, hoch und extrem. Das Sicherheitsrisiko wird aus mehreren Komponenten ermittelt. Dazu gehören die Zahl der Diebstähle und Kleinkriminalität, Überfälle, aber auch Entführungen und bewaffnete Übergriffe sowie Sachbeschädigung oder Betrug. Eine mittlere Risikostufe bedeutet, dass eine mäßige Gefahr von Gewaltverbrechen und anderer Kriminalität besteht oder die Gefahr terroristischer Anschläge. Ab dieser Stufe gilt die staatliche Sicherheit als unzureichend.

Das Fazit: Besonders risikobewusste Reisende sollten im kommenden Jahr entweder in die Schweiz oder nach Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland oder Island fahren. Die skandinavischen Länder sind nach wie vor die sichersten weltweit. Aber auch in weiten Teilen Europas muss man sich nur wenig Sorgen um die eigene Sicherheit machen. Hier gilt die zweitniedrigste Sicherheitsstufe, nämlich „niedrig”. Doch es gibt Ausnahmen: Sizilien und Teile Süditaliens, das Baskenland, Kosovo, Teile Albaniens und Mazedoniens sowie Thessaloniki und Athen. Diese Regionen wurden mit einem mittleren Risiko bewertet. Interessant: Die Türkei, vor Jahren noch als nur mittelmäßig sicher eingestuft, steht mittlerweile super da – Sicherheitsrisiko: „niedrig”.

Das gilt auch für die USA – wenngleich hier die weltweit höchste Rate an Gewaltverbrechen verzeichnet wird. Mehr als 200 Millionen Waffen kursieren in den Vereinigten Staaten, jeden Tag werden 50 Menschen getötet. Die Tötungsrate ist damit etwa zehnmal so hoch wie in Deutschland. Doch auch wer das Glück hat, nicht mit einem Mitglied einer gegnerischen Gang verwechselt zu werden, lebt weiterhin gefährlich. 5000 Menschen sterben jährlich in Autounfällen, 6000 Fußgänger lassen auf Amerikas Straßen ihr Leben. Dennoch: Für Touristen gibt es keine besondere Gefährdung. Die Folge: Die USA werden in der „RiskMap 2010″ ebenso wie Kanada mit „niedrig” eingestuft.

Ganz anders hingegen Somalia, das wenig erstaunlich als derzeit gefährlichstes Land der Welt eingestuft wird. Hier gilt für beinahe das gesamte Land die Risikostufe „extrem”. Dies bedeutet, Recht und Gesetz sind außer Kraft, es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Überhaupt bleibt Afrika der Kontinent mit den gefährlichsten Ländern der Welt. Auch in Teilen der Staaten Kongo und Tschad sowie große Teile des Sudans wurden die Sicherheitsrisiken für Traveller, Geschäftsreisende und dort lebende Ausländer als „extrem” eingestuft. Außerhalb des afrikanischen Kontinents ist das Risiko nur in den Ländern Irak und Afghanistan, besonders im Grenzgebiet zu Pakistan, „extrem”.

Doch es gibt Ausnahmen: In den klassischen nordafrikanischen Reiseländern Marokko, Tunesien und Ägypten können geschäftlich und privat Reisende auch im Jahr 2010 mit einem niedrigen Risiko rechnen. Vor allem Ägypten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Ort von terroristischen Anschlägen mausert sich. Insbesondere in Kairo wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, die Zahl der gemeldeten Diebstähle und anderer Kriminalitätsdelikte ging prompt in den vergangenen zwei Jahren zurück. Aber auch in tropischeren Regionen des Kontinents gibt es sichere Reiseziele wie den Senegal und Gambia an der Westküste Afrikas echte Vorzeigeländer, deren Sicherheitslage von den Experten als nicht höher als in Deutschland eingestuft wird.

In Südafrika, Land der Fußballweltmeisterschaft 2010, sollten Reisende Vorsicht walten lassen. Denn nach wie vor kämpfen die Behörden mit einer eklatant hohen Kriminalitätsrate, die insbesondere in den Ballungszentren wie Kapstadt (62 Morde auf je 100 000 Einwohner), Johannesburg oder Pretoria verzeichnet wird. Es ist also mehr als nur ein guter Rat, die Warnungen der lokalen Bevölkerung zu befolgen. Trotz enorm hoher Kriminalitätsrate erhielt Südafrika insgesamt aber noch die Risikostufe „mittel”.

In Lateinamerika ist in Venezuela, Kolumbien und in Teilen Perus große Vorsicht geboten. Interessant: In Kolumbien hat sich die Sicherheitslage in den vergangenen Jahren während der Amtszeit Präsident Uribes deutlich verbessert, während sie sich in Venezuela erheblich verschlechtert hat: Vor zehn Jahren war das Land noch relativ sicher, heute gehört Venezuela zu den Ländern mit der höchsten Kriminalitätsrate. Das gilt insbesondere für die Hauptstadt Caracas, in dessen belebten Zentrum Taschendiebstahl hoch im Kurs steht. Aber auch Raubüberfälle mit körperlicher Gewaltanwendung können vorkommen. Statistisch gesehen kommen auf 100 000 Einwohner 96 Morde. Soweit kommt es gottlob bei den sogenannten Taxi Verbrechen in der Regel nicht, die schon vielen Touristen auf dem Weg vom Hauptstadtflughafen widerfahren sind, wenn sie in eines der vielen illegalen Taxis steigen und statt am gebuchten Hotel plötzlich irgendwo am Stadtrand herausgelassen werden ohne Wertsachen, versteht sich.

Insgesamt hat sich in den meisten lateinamerikanischen Staaten die Sicherheitslage im vergangenen Jahr nicht verbessert und ist zum Teil kritischer geworden. Auch wenn die Urlauberhochburg Cancun und die gesamte Yucatan Halbinsel überwiegend sicher ist, liefern sich in Mexiko Drogenbanden in manchen Orten etwa Ciudad Juárez und Tijuana regelmäßig Kämpfe mit Sicherheitskräften der Regierung, zudem steigt die Zahl der Entführungen stetig. Ähnlich angespannt ist die Situation in Guatemala und Honduras, wo die Risiken ebenfalls kontinuierlich gestiegen sind.

Brasilien kennt beide Seiten: unbekümmertes Strandleben und gefährliche Stadtviertel. Von den Favelas, den Armenvierteln Rios, sollten sich Touristen besser fernhalten zumal das auch ein Großteil der Stadtbevölkerung so handhabt. Doch auch auf touristisch ausgetrampelten Pfaden, wie etwa der zur Christusstatue, kommt es immer wieder zu bewaffneten Überfällen. Man kann davon ausgehen, dass die Täter so gut wie immer eine Waffe mit sich führen. Daher lautet ein ernst zu nehmender Ratschlag: Bloß keine Gegenwehr. Auch nicht bei einer neuartigen Methode, um an Geld zu kommen, das Kurzzeit Kidnapping. Touristen, die kein Bargeld, aber eine EC- oder Kreditkarte dabei haben, werden mit Waffengewalt zum nächsten Geldautomaten gebracht, um dort für die Diebe Geld abzuheben. Die Staaten in der Südhälfte Südamerikas sind laut „RiskMap 2010″ besonders sicher: In Paraguay, Uruguay, Argentinien und Chile gilt durchgehend die „europäische Risikostufe” niedrig.

Überraschend: Das unter der Militärjunta ächzende Burma wird ebenso wie Iran für Reisende mit einem niedrigen Risiko eingestuft, Thailand hingegen nur mit „mittel”. Und noch eine Überraschung: Auch das zentralasiatische Kasachstan erhält die Sicherheitsstufe „niedrig”, in allen übrigen zentralasiatischen Staaten gelten jedoch die Risikostufen mittel bis hoch. Damit ist Zentralasien gemeinsam mit Zentral- und Ostafrika die unsicherste Region der Welt.

Quelle: www.msn.de

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