Anreise:
Der Rückflug war um 7 Uhr morgens, vom Htl. wurden wir um 3:50 Uhr abgeholt!
Das Mirada del Mar ist das älteste Htl. an der türkischen Riviera. Es wurde in den Achtzigerjahren gebaut und vor Kurzem teilweise renoviert. Das Hauptgebäude ist ein hässlicher Betonklotz, das - besonders vom Innenhof aus gesehen - an ein Gefängnis erinnert. So fühlt man sich auch, wenn man abends am Strand entlang spazieren möchte, denn sobald man das Ende vom Htl.strand erreicht, wird man von einer Wache aufgehalten. Die Rezeption und die Lobbybar haben keine Atmosphäre, die Innenausstattung wirkt sehr altmodisch. Dafür ist der große Garten rund um das Htl. sehr schön. Das Hauptgebäude ist nur wenige Meter vom Strand entfernt. Wir waren jedoch in einem neueren Nebengebäude untergebracht, das ca. 5 Gehminuten vom Strand entfernt war, was im Katalog unseres Reiseveranstalters (Berge & Meer) nicht erwähnt wurde. Das hat uns allerdings nichts ausgemacht, da wir gerne ein paar Schritte gehen. Übrigens war es dort ruhiger als im Hauptgebäude.
Die Htl.lage - sehr ruhig mitten in einem Pinienwald - ist nur für einen reinen Badeurlaub günstig, weniger jedoch, wenn man auch die Umgebung besichtigen möchte. Direkte Busverbindungen gibt es nur nach Kemer und nach Antalya, tagsüber im 20-Minuten-Takt. Am besten lässt sich die Gegend mit einem Mietwagen erkunden, denn die von den Reiseveranstaltern angebotenen Ausflüge und Touren sind sehr teuer, von Taxifahrten ganz zu schweigen.
Service im Mirada Del Mar:
Das Htl.personal war höchst unfreundlich und sprach meist nur Türkisch und Russisch. Die Gäste waren auch vorwiegend Russen und in Deutschland ansässige Türken.
Das Hauptrestaurant war riesig und sehr unübersichtlich. Am Büffet ging es zu wie auf einem Schlachtfeld und es war schwierig, einen freien Tisch zu bekommen. Halbwegs in Ruhe essen konnten wir nur im Freien, abseits vom Kindergeschrei und vom Gedränge; dafür haben wir gerne den längeren Weg zum Buffet in Kauf genommen. In den drei A-la-carte-Restaurants konnte man zwar etwas besser essen, dafür wurden aber 3 Euro Reservierungsgebühr pro Person berechnet und die Getränke musste man extra bezahlen.
Die im All-Inclusive-Angebot enthaltene Getränkeauswahl war sehr begrenzt und für alles, was darüber hinaus ging, wurden horrende Preise berechnet: So kostete zum Beispiel eine Flasche Mineralwasser nach 24:00 Uhr auf einmal 5 Euro!
Das Zimmer war ziemlich altmodisch eingerichtet. Bei der Badewanne tropfte der Abfluss, die Kloschüssel war gesprungen. Die Bettwäsche war zum Teil löchrig und die Handtücher waren nicht ganz sauber. Im Kleiderschrank befand sich ein uraltes Safe mit Schlüssel (keine Kombination). Jeder Dieb hätte das Safe leicht entfernen und später in Ruhe knacken können. Dafür haben wir 2 Euro Miete pro Tag bezahlt! Im Zimmer befand sich weder ein Wasserkocher noch eine Kaffeemaschine. Duschgel und Shampoo musste man extra verlangen.
Der kleine, künstliche Sandstrand ist wie eine Terrasse vor dem darunter liegenden Kieselstrand angelegt, der nur wenige Meter breit ist. Das Meereswasser war je nach Strömung mehr oder weniger sauber, auf keinen Fall aber so klar wie etwa am Stadtstrand von Antalya. Die laute Musik an der Strandbar und das ständige Geschrei der Animateure waren ziemlich nervtötend. Das winzige, altmodische Fitnessstudio war praktisch unbrauchbar: Es war nur für wenige Stunden am Tag offen, wobei die angeschriebenen Öffnungszeiten nie genau eingehalten wurden. Die Geräte waren sehr alt und zum Teil defekt. Auch gab es keine Aufsicht oder Betreuung. Die Klimaanlage funktionierte nur zeitweise und wurde auch nach mehrmaliger Beschwerde nicht repariert.
Der Wellnessbereich machte einen schmuddeligen Eindruck. Die Sauna und das Dampfbad waren nicht nach Geschlechtern getrennt, wie es in der Türkei üblich ist, und durften nur mit Badebekleidung betreten werden - jeder Saunagänger weiß wie unhygienisch und ungesund das ist.
Tipps:
Die Einkaufsmöglichkeiten in Htl.nähe sind sehr begrenzt. Im Dorf Göynük sowie in der 9 km entfernten Stadt Kemer gibt es ausschließlich Touristenläden, die ihre Ware nur in Euro und US-Dollars auszeichnen. Ähnliche Läden findet man auch im Htl. selbst. Eine weitaus größere Auswahl haben wir im Migros-Kaufhaus in Antalya gefunden, wo die gleiche Ware zum Teil um 90 % billiger angeboten wird!
Zum Schluss wollte man uns am Abreisetag 20 Euro für Getränke, die wir nie bestellt hatten, in Rechnung stellen. Als die Sache geklärt war, hat sich der Angestellte an der Rezeption für den Fehler nicht einmal entschuldigt. Bezahlen durfte man übrigens nur in Euro oder US-Dollars, so als hätte die Türkei keine eigene Währung.
Fazit: Wir sind von dieser Htl.anlage sehr enttäuscht, vor allem, weil sie uns als ein 5-Sterne-Htl. beschrieben wurde. Uns war zwar von vornherein bewusst, dass die türkischen Htl.kategorien nicht dem internationalen Standard entsprechen, aber mit einem so schlechten Preis-Leistung-Verhältnis hatten wir nicht gerechnet. Nur die Sonne und das schöne Meer haben uns zum Teil entschädigt. Wir werden unseren Urlaub auf keinen Fall wieder hier verbringen und möchten auch andere davon abraten.