Anreise:
Bei Paulschalreisen alles bestens, es gibt eine Ecke mit allen Infos für die Gäste, die Reiseleitung kommt alle 2-3 Tage vorbei.
Da ich schon öfter in dieser Htl.anlage war, kann ich die Entwicklung des Htl.s beobachten. Vor etwa 5 Jahren habe ich diese Anlage gewählt, weil im Reiseführer stand: eine Htl.anlage im typischen griechischen Dorfstil. Das war wirklich so. Die Bauweise war auch innen nach 'griechische Art', mit gemauerten Betten, kleinen Nischen in den Wänden, ganz niedlich. Im Radio wurde zentral ständig schöne griechische Musik gesendet, die die Athmosphäre komplett gemacht hatte. Sicherlich gab es jedoch Zimmer, besonders in den Haupthäusern, wo das 'dörfische' nicht so sehr zur Geltung kam. Durch die unregelmäßige Gestaltung der Häuser, was das Dorf sehr attraktiv machte, kam es immer wieder zu Kampf um die Zimmer - je nachdem, was man haben wollte. Die Anlage war insgesamt ruhig, typisch griechisch, weitläufig mit Panorama überall, und die meisten Gäste kamen aus der Schweiz. Heute ist das Publikum der Gäste völlig gemischt, insgesamt weniger ruhig, voll bebaut, es wurde quasi jedes Plätzchen ausgenutzt: am Meer direkt etliche Bungalows mit Privatpools, hinten neue mehrstöckige Häuser (mind. 50 Zimmer mehr wie früher, würde ich sagen). Das Restaurant ist genauso groß geblieben und packevoll mit Tischen. Die schöne Bühne direkt am Meer wurde verlegt nach hinten versteckt in ein kleines Amphitheater, es wurde ein drittes Swimmingpool zwischen die Häusergruppen gequetscht, so dass man aus manchen Zimmern direkt ins Pool springen könnte. Das Panorama durch die zusätzlichen höheren Gebäuden ist teilweise gesperrt. Alles in allem, die Anlage bietet mehr Gästen Zugang, es gibt mehr Zimmer mit Meerblick, aber an Flair hat die Anlage schon verloren.
Die Lage ist wirklich das, was das Htl. rettet... Die Pools sind wunderschön angelegt, haben tolles Panorama. Das neue Pool hat jedoch Blick auch in die Zimmer rumherum. Der Strand ist durch Treppen sofort zu erreichen. Der Strand selber ist jedoch jetzt voll mit Liegen, früher hat man etwas freien Platz gelassen auch für solche, die den Sand den Liegen vorzogen. Durch die Erhöhung der Gästezahl ist der Strand auch entsprechend kleiner (voller) geworden. Der Ort Malia ist zweischichtig. Das Dorf selber ist hübsch und sehenswert, mit Fotomotiven an vielen Ecken. Es sieht jedoch ärmer aus, als vor ein paar Jahren. Am Meer entlang ist 'Malia touristica', oder sogar teils 'Malia à la Ballermann', nur für solche empfehlenswert, die so etwas mögen. Dieser Teil (vom Htl. aus kommend nach links) ist verpestet durch die Vierradler, die ständig rauf und runter sausen mit Touristen, die von Luftverschmutzung noch nie gehört haben. Die Ruinen von Malia nicht weit entfernt, erinnert einen wieder daran, dass auch Kultur existiert. Es wird überall sehr viel Müll weggeworfen, was in großen Müllgeländern endet, hierzu kommen noch die dieses Jahr ziemlich vernachlässigten Katzen. Zurück zum Htl.: sehr schön sind auch die vielen unterschiedlichen Bars (romantisch, elegant, Nactbar-mäßig, typisch grichisch). Obwohl die Anlage groß ist, ist alles schnell zu erreichen, recht überschaulich und hübsch mit den verwinkelten Gässchen und Steinwegen. Die Dekoration ist auch schön. Früher gab es mehr Vasen auf den Rasen, heute überall Palmen.
Service im Ikaros Village:
Der Service ist gestiegen, auch im Sinne 'mehr Molestieren'. Fast täglich kommt der Barservice, ob der Kühlschrank aufgefüllt werden soll. Hält man sich nicht im Zimmer auf, kommt der Barservice ins Zimmer rein und schaut nach dem Kühlschrank, ob abgelaufene Sachen zu entfernen sind.
Zum Frühstück gab es früher eine Riesanauswahl an Teesorten, heute kaum was. Das Essen ist jedoch im Allgemeinen besser, es ist qualitativ besser und es gibt mehr Spezialitäten und Abwechslung. Die Aussicht ist schöner vom Restaurant aus auf die Poolanlage, Garten und Meer. Die Preise sind den Sternen entsprechend auch gestiegen. Eine kleine Flasche Weißwein im Restaurant kostet 7 Euro.
Ich fand die Bungalows früher richtig hübsch wie im griechischen Dorf mit Flair. Daher fehlte mir das Fernseher auch gar nicht. Es gab meist Tür und Fenster (manchmal mehrere Fenster, manche klein, manche größer). Im Hauptgebäude manche Zimmer hatten kleine oder keine Fenster (haben aber heute auch nicht, so wie ich sah). Früher hatten die Fenster Moskitonetze und die hielten wirklich die Mücken weg. Heute gibt es moderne Fenster und statt Moskitonetzen wird das Gras etwa alle drei Tage mit Gift bespritzt. Das hielt die Mücken auch weg... Die Innenarchitektur der Zimmer wurde auf den Kopf gestellt. Nichts vom griechischen Stil mehr, alles modern, die Türen und Fenster hat man umgestaltet in eine Doppeltür, keine oder ganz kleine Fenster, nur selten große Fenster, plus Eingangstür. Dies passt zur ursprünglichen Idee des griechischen Dorfstils leider gar nicht. Außerdem, falls kein Fenster sonst vorhanden ist, darf man in der Nacht per Klimaanlage zu Oxigen gelangen, falls man nicht Balkon-, sondern Terassenbewohner ist. Das Htl. wurde somit ziemlich verklimatisiert, was der Umwelt und der globalen Erwärmung natürlich nicht gut tut. Es kamen Fernseher in die Zimmer rein, und zwar, fast direkt ins Bett gestellt... Die Gestaltung des Bades war früher, meiner Meinung nach, viel besser, es gab einfach mehr Platz zum Duschen. Stimmt, dass die Matrazen schon sehr alt waren, in dieser Hinsicht ist die Renovierung zu begrüßen. Das Radio ist verschwunden, läuft nur per Fernseher, und nur moderne Musik. Flair ade. Zu der Säuberkeit kann ich nur sagen, große Probleme hatte ich damit nicht, ich hatte Verständnis für die dörfliche Bauweise. Handtücher werden normalerweise nicht schmutzig, wenn man sie nicht schmutzig macht, trotzdem wurde immer alles wie üblich ausgetauscht. Reparaturarbeiten fielen mal an, diese wurden auch erledigt. Der Kühlschrank war früher leer, heute packevoll mit Sachen, die der Gast dreimal so teuer kaufen darf. Direkt am Htl.eingang gibt es gleich zwei kleine Supermärkte. Ausserdem finde ich es sehr aufdringlich, keinen Platz für den Gast im Kühlschrank zu lassen.
Ich vermisse die Shows und abendliche Unterhaltung auf der Bühne am Meer. Was ich in der Amphitheater gesehen habe (meist Bingo und ähnlche Sachen), war einfach zu fade.
Tipps:
Alles in allem, es ist fast das schönste Htl. in Malia, dies ist zumindest, was viele Gäste, die sich umgeschaut haben, mir gesagt haben. Vielleicht noch Alexander Beach nebenan, das jedoch auch ziemlich 'bebaut' ist. Das Htl. Ikaros ist immer noch sehr schön, jetzt zwar eher ein 'LuxusHtl.', das vieles an Viele anbieten möchte und sich sehr bemüht. Ich kann das Htl. trotz meiner Enntäuschung nur weiterempfehlen!